Pneumologische Praxis
Priv.-Doz. Dr. med. Christian Geßner
Tauchaer Straße
04357 Leipzig
Tel.: 0341 60 20 960

Behandlung von Lungenkrebs (Lungenkarzinom, Bronchialkarzinom)

Jährlich erkranken in Deutschland 40.000 Menschen an Lungenkrebs. Das Bronchialkarzinom ist damit einer der häufigsten Tumore. Die Häufigkeit der Neuerkrankung an Bronchialkarzinom steigt kontinuierlich an.

Lungenkrebs durch Rauchen und Passivrauchen

Statistik
"20er-Regel": 20 Zigaretten täglich über 20 Jahre erhöhen das Lungenkrebs-Risiko 20fach.

Die mit Abstand häufigste Ursache für Lungenkrebs ist in Deutschland das inhalative Tabakrauchen. Etwa 85 bis 90% aller Bronchialkarzinome sind auf diesen Einflussfaktor zurückzuführen. Die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung an Bronchialkarzinom steigt mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten: bei einem Konsum von 20 Zigaretten täglich über 20 Jahre steigt das Risiko der Erkrankung an Bronchialkarzinom gegenüber einem Nichtraucher um das 20fache!

Auch Passivrauchen führt zu einer Zunahme des Risikos der Erkrankung an Lungenkrebs: es wird geschätzt, dass in Deutschland jährlich etwa 400 Menschen infolge eines durch Passivrauchexposition verursachten Bronchialkarzinoms sterben.

Lungenkrebs durch berufsbedingte Einflüsse (z.Bsp. Asbest)
Etwa zehn Prozent aller Bronchialkarzinome werden durch berufsbedingte Einflüsse verursacht, an erster Stelle ist hier die langjährige Exposition gegenüber Asbestfeinstaub zu nennen. Daher sind bei Verdacht auf das Vorliegen eines Bronchialkarzinoms Angaben zur ausgeübten beruflichen Tätigkeit erforderlich. Wenn eine Asbeststaubbelastung im früheren Berufsleben vermutet wird, sollte der berufliche Werdegang stichwortartig als Auflistung der beruflichen Tätigkeiten erfasst werden, um die Zusammenhänge prüfen zu können. Bei begründetem Verdacht wird dann eine Anzeige über das mögliche Vorliegen einer Berufskrankheit bei der zuständigen Berufsgenossenschaft erstattet, die dann von Amts wegen die weiteren Ermittlungen zur Feststellung einer beruflichen Asbestbelastung und die Klärung der Zusammenhangsfrage übernimmt.

Andere Ursachen
Etwa fünf Prozent aller Bronchialkarzinome werden durch genetische Einflüsse (familiäre Häufung von Tumoren) und allgemeine Umweltfaktoren (Luftverschmutzung, Ernährungsgewohnheiten etc.) verursacht.

Statistik
In Deutschland erkranken jährlich etwa 40.000 Menschen an Lungenkrebs, die Ursachen: Rauchen 85%, Umwelt und Beruf 10%, familiäre Belastung 5%.

Diagnose
Bei Verdacht auf das Vorliegen eines Bronchialkarzinoms werden neben einer ausführlichen Erhebung der Krankengeschichte eine Röntgenaufnahme der Lunge, eine thorakale Computertomografie und eine Bronchoskopie als Basisdiagnostik durchgeführt. Diese Untersuchungen dienen der Erfassung der genauen lokalen Tumorausdehnung (Lagebeziehung zu anderen Organen, Beteiligung lebenswichtiger Strukturen) sowie der Ausbreitung des Tumors über die Lymphbahnen in die Lymphknoten. Weitere Untersuchungen (Sonografie, Skelettszintigrafie, Computertomografie des Gehirns, eventuell weitere Untersuchungen wie Kernspintomografie) sind notwendig, um eine Ausbreitung des Tumors über den Blutweg (Metastasierung) in andere Organe (insbesondere Leber, Gehirn, Skelett, andere Gebiete der Lunge, Nebenniere) festzustellen. Die Bronchoskopie ist notwendig, um die Art des Tumors (Histologie) feststellen zu können, ohne die eine Behandlung nicht sinnvoll geplant werden kann. Wenn der Tumor bronchoskopisch nicht erreicht werden kann, ist manchmal ein kleiner operativer Eingriff erforderlich, um die Tumorart feststellen und das weitere Vorgehen planen zu können.

Therapie
Wenn alle erforderlichen Informationen vorliegen, wird ein individueller Therapieplan erstellt, der sich an der Art des Tumors (Histologie), der lokalen Tumorausdehnung einschließlich der Frage nach einer eventuellen Metastasierung, den bestehenden Begleitkrankheiten, der funktionellen Situation und den Erwartungen der betroffenen Person orientiert.
Prinzipiell stehen zur Behandlung des Bronchialkarzinoms 3 Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie 

Die Behandlungsformen werden entweder für sich allein oder aber in Kombination miteinander angewendet, um eine Heilung oder aber zumindest eine Verkleinerung des Tumors zu erreichen.

Operation
Wenn irgend möglich sollte ein festgestellter Lungenkrebs einer operativen Behandlung zugeführt werden, denn ohne chirurgische Behandlung ist eine Heilung nur in Ausnahmefällen möglich.
Eine Operation kommt in Betracht, wenn die durchgeführten Untersuchungen ergeben haben, dass zum einen der Tumor radikal entfernbar erscheint und zum anderen das Vorliegen von Metastasen durch eine entsprechende Diagnostik ausgeschlossen wurde. Darüber hinaus muss der Patient jedoch auch in einer körperlichen Verfassung sein, die die Durchführung einer Operation mit vertretbarem Risiko erlaubt.
Eine Operation kommt nicht in Betracht, wenn lokale Probleme durch Einwachsen des Tumors in lebenswichtige Strukturen bestehen, das Vorliegen einer Fernmetastasierung nachgewiesen wurde oder aber funktionelle Inoperabilität besteht (reduzierter Gesamtzustand, eingeschränkte Lungenfunktion, schwere Begleitkrankheiten). Da die meisten Patienten mit Bronchialkarzinom Raucher sind bzw. waren, besteht häufig neben dem Bronchialkarzinom zusätzlich eine COPD oder eine koronare Herzkrankheit, die einen operativen Eingriff unmöglich machen können.

Operation
Operation

Bestrahlung
Eine Strahlentherapie bei Bronchialkarzinomen wird entweder in kurativer Absicht (Ziel: Heilung) oder aber mit palliativer Zielsetzung (Linderung bestehender Beschwerden, Verhütung drohender Komplikationen) durchgeführt. Kleine periphere Tumoren oder auch inoperable größere Tumoren können unter einer Strahlentherapie gelegentlich zur Heilung gebracht werden. Nach einer Operation wird die Strahlenbehandlung eingesetzt, um den Behandlungserfolg zu stabilisieren. Ein sinnvoller Einsatz für die Strahlentherapie ergibt sich darüber hinaus bei metastasierten Tumoren. Hier kann beispielsweise beim Nachweis einer Hirnmetastasierung oder einer frakturgefährdeten Metastase im Bereich der Wirbelsäule durch eine Bestrahlung eine vorübergehende Besserung erreicht werden.

Bestrahlung
Bei Inoperabilität oder zur Aufrechterhaltung eines guten operativen Behandlungserfolgs werden das Tumorgebiet und die Lymphabflussregion bestrahlt.

Chemotherapie
Die Chemotherapie hemmt das Tumorwachstum und steigert die Effektivität einer gleichzeitig durchgeführten Strahlenbehandlung. Sie hat ihren festen Platz bei der Behandlung kleinzelligen Bronchialkarzinome, hier kann vorübergehend eine eindrucksvolle Besserung erreicht werden. Bei nicht kleinzelligen Bronchialkarzinomen ist die Chemotherapie begrenzt wirksam. Selbst bei Kombination mehrerer Substanzen lässt sich eine anhaltende Besserung oft nicht erreichen.
In unserer Lungenpraxis werden alle Untersuchungen durchgeführt, die im Zusammenhang mit der Erkennung und der Behandlung eines Lungenkarzinoms erforderlich sind. Die Behandlung eines festgestellten Bronchialkarzinoms wird in Zusammenarbeit mit den thoraxchirurgischen Abteilungen des Universitätsklinikums Leipzig bzw. des St. Georg Klinikums, den Kliniken für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Leipzig bzw. des St. Georg Klinikums durchgeführt. Die Gabe der Chemotherapie kann in unserer Praxis in hierfür speziell eingerichteten Zimmern erfolgen (Verknüpfung mit Bildern) und wird in enger Zusammenarbeit mit den onkologischen Ambulanzen des Universitätsklinikums Leipzig bzw. der Robert-Koch-Klinik geplant und durchgeführt.

Chemo
Chemotherapie
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